| Prinzenpaar |
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Das Prinzenpaar der Saison 2009/2010: |
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| »Wir freuen uns aufs Abenteuer« | ||
| VON INGEBORG RÖTHEMEYER | ||
| REUTLINGEN. Auch in die Achalmstadt streben die Narren nach der Macht: Die Karnevalsgesellschaft und ihre Narrenzunft Achalmgautscher im Männerverein, so der etwas sperrige Name, macht mobil für die neue Session. Denn: »Wir lassen uns trotz Wirtschaftskrise die gute Laune nicht vermiesen!« Das rief Vorsitzender Michael Frank den rot uniformierten Männern des Elferrats, den buntscheckigen Clowns sowie den Mädchen im weißen Dress der Prinzengarde zu, deren kräftige Achelau-Rufe zum Auftakt der fünften Jahreszeit durch die Räume des altehrwürdigen Gartentors schallten. | ||
| Echte Überraschung Mit Spannung erwarteten alle das große Ereignis des Abends, den ersten Auftritt des Prinzenpaares: Prinzessin Jacqueline I. von der Hagen-Aue und Prinz Thomas III. von der Lichtenburg lächelten tapfer in die Kameras der Fotografen. Das Händchen haltende Paar war für alle eine Riesenüberraschung, denn nicht einmal die Prinzengarde wusste, wer in der bevorstehenden Saison das närrische Zepter hochhalten würde - obwohl Ihre Lieblichkeit aus ihren Reihen kommt. Seit Jahren schwingt Jacqueline als Gardemädchen das Tanzbein für die Reutlinger Karnevalsgesellschaft. Nun ist die Achtzehnjährige am Ziel: »Es gibt nichts Besseres, das ist mein Traumjob.« Mit femininem Charme präsentierte sie die schmückenden Accessoires einer glanzvollen Prinzessin. Purpurrot und mit glitzerndem Strass verziert ist ihre seidig schimmernde Abendrobe. Das frisch aufpolierte, mit Blattgold verzierte Krönchen drückt noch ein wenig, aber sie trägt es mit der gebotenen Würde. Vom bürgerlichen Leben als gelernte Zahnarzthelferin macht sie nun erst mal Pause. Statt vielen Menschen »zu neuen Kau-Freuden zu verhelfen«, so ihre humorvolle Jobbeschreibung, wird sie ab jetzt im närrischen Treiben der Achalmstadt die Hauptrolle spielen. Unterstützt und liebevoll begleitet wird sie dabei von Prinz Thomas III., denn die Beiden sind auch privat ein Paar. So wundert es keinen, dass der junge Mann ohne viel Sträuben und fast freiwillig die Rolle des Prinzen übernommen hat. Trotzdem ist das keine Selbstverständlichkeit, denn den feschen Berliner hat es erst vor wenigen Monaten arbeitsbedingt von der Bundeshauptstadt an die Echaz verschlagen. Auf einer Geburtstagsparty lernte der Fachmann für Alarmanlagen Jacqueline kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick, wird erzählt. Die Integration des Wahl-Reutlingers nahm seither einen so rasanten Verlauf, dass er nun nach eigenen Worten beschloss, »unter dem Reutlinger Stadtwappen die Mannen der ersten Reutlinger Karnevalsgesellschaft durch die kommende närrische Zeit zu führen.« Souverän lässt Seine Tollität auch schon schwäbische Vokabeln wie »Krombiere« und »Gsälz« in die locker berlinernde Konversation einfließen. Er gehe auch inzwischen »zom Schaffa« anstatt zur Arbeit, ergänzt er lachend. Als bekennender (Baseball-) Mützenträger fällt ihm der Wechsel zur goldbestickten Narrenkappe nicht schwer. Küsschen und Orden Dass ihnen um die fünfzig Veranstaltungen in der kurzen Kampagne 2009/2010 bevorstehen, sehen die unverbrauchten Royals gelassen. »Wir sind fit und freuen uns aufs Abenteuer«, sind sie sich einig. Ihrem ersten großen öffentlichen Auftritt, der feierlichen Inthronisation am Samstagabend, fiebern sie schon entgegen. Im Naturfreundehaus Römerschanze in der Marie-Curie-Straße wollen Jacqueline und Thomas die Herzen des Narrenvolkes im Sturm erobern. Das Küsschengeben können sie bei der gleichzeitig stattfindenden Ordensverleihung ausgiebig üben, auch wenn sie noch nicht gegen die Schweinegrippe geimpft sind. (GEA) |





